In dieser Folge geht es wieder um ein Sprichwort, und zwar um das Sprichwort Ordnung ist das halbe Leben. Normalerweise nehme ich ja mittlerweile öfter eine Minute Deutschfolgen für diese Redewendungen und Sprichwörter auf, aber dieses Sprichwort hat meines Erachtens nach mehr Zeit verdient. Und der Grund dafür oder die Gründe dafür, zu denen komme ich gleich.
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Erst einmal will ich kurz auf die Bedeutung dieser Redewendung eingehen. „Ordnung ist das halbe Leben“ bedeutet, dass Ordnung das Leben einfacher macht. Ordnung ist eine gute Sache für dein Leben.
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Für mich selbst hat das Sprichwort auch eine besondere Bedeutung, weil ich lange Jahre unordentlich gelebt habe, um ehrlich zu sein, und meine in diesem Podcast auch schon ein paar Mal erwähnte Ex-Freundin mir Ordnung näher ans Herz gelegt hat. Sie war maßgeblich daran beteiligt, dass ich der Ordnung mehr Gewichtung in meinem Leben gegeben habe und jetzt ein wenig ordentlich erlebe. Der entscheidende Punkt, warum ich in dieser Folge mehr als eine Minute für die Redewendung investieren möchte, ist aber, dass es auch unterschiedliche Beweise bzw.
wissenschaftliche Befunde gibt, warum Ordnung für jeden und jede eine wirklich gute Sache ist. Vorteil Nummer 1 von Ordnung. Ordnung vermeidet Entscheidungsmüdigkeit.
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Entscheidungsmüdigkeit ist die Müdigkeit unseres Gehirns, die dabei auftritt, wenn wir viele Entscheidungen treffen müssen. Zum Beispiel, wo lege ich den Schlüssel hin? Wo tue ich meine Kleidung hin? Wo (keine Ahnung) wo schlafe ich später, auf der Couch oder auf dem Bett? Also, je mehr Entscheidungen unser Gehörn treffen muss, desto müder wird es. Und wenn wir Ordnung in unseren Räumen haben, dann haben wir in der Regel auch Plätze für alle Sachen. Und unser Gehörn muss nicht ständig nachdenken, wo kommt dies hin, wo kommt das hin, sondern zum Beispiel, mein Schlüssel hat den Platz nahe der Tür oder so. Also, Ordnung kann Entscheidungsmüdigkeit vermeiden.
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Der große Vorteil Nummer 2, und dieser Vorteil ist meines Erachtens noch relevanter, ist die Senkung des Stresslevels durch Ordnung. Forschungsergebnisse der UCLA, also der University of California und Los Angeles, deuten darauf hin, dass Menschen, die ihren Wohnraum als unordentlich oder überfüllt empfinden, einen höheren Kortisol-Spiegel aufweisen. Kortisol ist das Stresshormon, um es ganz einfach zu sagen.
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Und der letzte Vorteil ist auch eine reduzierte Ablenkung, also um es mal umgekehrt zu sagen, um es mal positiver zu sagen, ein erhöhter oder ein vereinfachter Fokus.
Dazu gibt es nämlich eine Studie des Princeton Neuroscience Institutes und diese Studie hat gezeigt, dass visuelle Unordnung, also Unordnung, die wir in einem Raum erleben, mit unserer Aufmerksamkeit konkurriert. Wenn wir von einem unordentlichen Schreibtisch oder einer vollen Wohnung umgeben sind, verschwendet das Gehirn Kapazitäten damit, diese Reize zu verarbeiten, anstatt sich auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren. Zum Beispiel, du willst für eine Deutschklausur lernen, aber dein Raum, in dem du lernst, ist furchtbar unordentlich. Dann konkurrieren die Reize der ganzen Gegenstände in diesem Raum mit deinem Fokus zu lernen und das ist natürlich nicht so gut.
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Kommen wir nun zum einzigen Nachteil, den ich von Ordnung gefunden habe. Es gibt Untersuchungen, die herausgefunden haben, dass ein unordentlicher Schreibtisch bzw. eine unordentliche Arbeitsumgebung Kreativität und die Bereitschaft, neuartige Ideen zu versuchen, fördern kann. Das heißt, wenn du gerade eine Aufgabe vor dir hast, die Kreativität erfordert, dann macht es vielleicht sogar Sinn, einmal einen etwas unordentlicheren Schreibtisch zu haben, denn laut der Wissenschaft soll das dabei helfen, deine Kreativität noch zu beflügeln.
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Das war aber, wie gesagt, der einzige Nachteil, den ich finden konnte. Ansonsten, wie gesagt, nur Vorteile. Und ich bin auf jeden Fall dankbar, mehr Ordnung in meinem Leben zu haben, auch wenn ich immer noch sicherlich nicht der geordnetste Mensch bin.
Aber ich kann nur empfehlen, es mal zu versuchen und einfach sich Zeit dafür zu nehmen, etwas Ordnung zu schaffen. Das war’s mit dieser Folge. Vielen Dank dir fürs Zuhören.
Noch weiterhin viel Erfolg beim Deutschlernen und eine schöne Woche.